bis zur Schließung der Wahllokale

Das sind die Kandidaten

Wir haben die Spitzenkandidaten aller 15 Parteien angefragt, allerdings entweder (noch) keine Antwort bekommen oder wir konnten noch keinen gemeinsamen Termin finden. Möglicherweise müssen wir einige Kandidatenvorstellungen nachliefern.

Q&A zur Kommunalwahl 2026

Bei den Kommunalwahlen am 15. März wird in Darmstadt ein neues Stadtparlament gewählt. In der Stadtverordnetenversammlung sitzen 71 Abgeordnete. Außerdem wird der Ausländerbeirat neu gewählt. Wer in Wixhausen wohnt, darf zudem über einen neuen Ortsbeirat votieren.

Die Stadtverordnetenversammlung ist das Stadtparlament – sozusagen der Bundestag von Darmstadt. Die 71 Abgeordneten geben vor, wie die Verwaltung in der Wissenschaftsstadt zu führen ist und bestimmen zum Beispiel, wo gebaut werden darf, wie hoch gewisse Steuern ausfallen und nicht zuletzt auch, wie viel Geld den jeweiligen Dezernaten zur Verfügung steht.

Der Oberbürgermeister wird alle sechs Jahre direkt von den Bürgern gewählt. Alle anderen Magistratsmitglieder, darunter auch die Dezernenten, werden alle sechs Jahre von der Stadtverordnetenversammlung gewählt.

Jeder, der wahlberechtigt ist, hat per Post seine Wahlbenachrichtigung zugesandt bekommen. Damit kann im Wahllokal gewählt werden. Dabei können so viele Stimmen vergeben werden, wie es Sitze in der Stadtverordnetenversammlung gibt – sprich 71.

Diese Stimmen können im Anschluss auf die jeweiligen Kandidaten verteilt werden. Dafür sind hinter jedem Namen drei Kästchen, in die jeweils ein Kreuz gesetzt werden kann. Pro Kandidat können also maximal drei Stimmen vergeben werden.

Des Weiteren kann eine gesamte „Liste“ gewählt werden – also eine Partei oder eine Wählergruppe. Dafür steht neben dem Namen der Liste (sprich Partei oder Wählergruppe) ein Kreis bereit. Bei einem Listenkreuz erhalten alle Kandidaten eine Stimme. Sind nicht alle 71 Stimmen aufgebraucht, werden die Stimmen vom Listenanfang ausgehend so lange verteilt, bis sie aufgebraucht sind. Dabei können einzelne Kandidaten auch herausgestrichen werden, die dann keine Stimme erhalten – trotz Listenkreuz.

Es ist zudem möglich, eine Liste zu wählen und anschließend Einzelstimmen an die Kandidaten anderer Parteien zu vergeben. Bei der Auswertung wird zunächst auf die Einzelkreuze geschaut, alle verbleibenden Stimmen werden dann wie oben beschrieben auf die Liste verteilt.

Panaschieren bezeichnet das Verteilen der Stimmen auf mehrere Kandidaten oder das Ankreuzen einer Liste und durchstreichen von Kandidaten dieser Partei.
Erhält ein Kandidat mehr als eine Stimme, wird von Kumulieren gesprochen.
Es kann also zeitgleich kumuliert und panaschiert werden. In der Vergangenheit wurde in keiner hessischen Stadt häufiger kumuliert und panaschiert als in Darmstadt.

Ein Stimmzettel kann in mehreren Fällen ungültig werden. Der Wählerwille muss klar erkennbar sein. Das einfachste Mittel hierfür ist ein Kreuz.

Als ungültig wird ein Stimmzettel auch dann deklariert, wenn mehr als 71 Stimmen vergeben werden.

Werden mehrere Listenkreuze vergeben, wird der Stimmzettel ebenfalls nicht gewertet.

Die Musterstimmzettel stellt die Stadt Darmstadt online zur Verfügung.
Hier geht es zu den Musterstimmzetteln für die drei Wahlen:

„Ich kann mich nicht beschweren, dass schlechte Politik gemacht wird, wenn ich nicht selbst zur Wahl gehe“, sagt Björn Egner, Politikwissenschaftler an der TU Darmstadt gegenüber TV Darmstadt. Gerade bei der Kommunalwahl solle man zur Wahl gehen, „weil dort die Themen besprochen werden, die mich im Alltag am meisten berühren.“ „Wie oft fährt der Bus? Wo kommen die neuen Wohngebiete hin? Was macht meine Stadt gegen den Klimawandel? Was sind die Eintrittspreise fürs Freibad oder den Zoo? Das sind alles Sachen, die in der Stadtverordnetenversammlung entschieden werden“, so Egner.

Auch Christian Stecker, ebenfalls Politikwissenschaftler an der TU Darmstadt, fordert zur Wahl auf: „Wir leben in einer repräsentativen Demokratie mit Volkssouveränität. Also der ultimative Souverän bleibt das Volk – das Volk soll regieren, aber mittels der Vertreter, die das Volk wählt. Wenn ich mich daran beteiligen möchte – also meine Volkssouveränität ausleben möchte – sollte ich wählen gehen“, so Stecker im Gespräch mit TV Darmstadt.

Nach Schätzung des Statistischen Landesamtes werden in ganz Hessen 4,7 Millionen Menschen wählen dürfen. In Darmstadt sind es voraussichtlich 115.118. Wahlberechtigt sind alle volljährigen Menschen, die eine deutsche Staatsbürgerschaft oder die eines anderen EU-Landes haben. Wer bei den Kommunalwahlen wählen möchte, muss seinen Hauptwohnsitz in Darmstadt haben oder sich seit mindestens sechs Wochen hier aufhalten.

Bei den Kommunalwahlen gibt es keine Fünf-Prozent-Hürde.

Die Sitzverteilung erfolgt nach dem sogenannten „d’Hondtschen Verfahren“. Zunächst werden bei jeder Partei alle Stimmen zusammengezählt. Anhand des prozentualen Wahlergenisses werden anschließend die Sitze proportional an die Parteien verteilt – Angenommen eine Partei erhält zehn Prozent der insgesamt abgegebenen Stimmen, erhält sie auch zehn Prozent der Sitze im Stadtparlament. Im Zweifelsfall wird gerundet. In Darmstadt wären das in diesem Fall sieben Sitze.

Die sieben Kandidaten, die in dieser Partei die meisten Stimmen erhalten haben, ziehen auf diesen sieben Sitzen in die Stadtverordnetenversammlung ein – unabhängig von ihrer Listenposition.

Dabei können auch die höheren Listenpositionen nicht in das Stadtparlament einziehen, wenn ihre Parteikollegen mehr Stimmen erhalten.

Alle fünf Jahre wird auch der Ausländerbeirat gewählt. Wahlberechtigt sind laut der Hessischen Gemeindeordnung nur ausländische Einwohner, auch EU-Bürger. Menschen, die neben der deutschen Staatsbürgerschaft eine Weitere haben, und Eingebürgerte sind nicht wahlberechtigt. Der Ausländerbeirat besteht in Darmstadt aus 21 Sitzen. Er berät die Stadtverordnetenversammlung bei Themen, die Interessen von ausländischen Mitbürgern betreffen.

Bürger in Wixhausen dürfen am 15. März neben der Stadtverordnetenversammlung auch über die neun Mitglieder des Ortsbeirates von Wixhausen abstimmen. Er vertritt die Interessen der Bürger Wixhausens. Würde beispielweise die Stadtverordnetenversammlung anstreben, eine Straße in Wixhausen umzubenennen, würde der Wixhäuser Ortsbeirat eine beratende Funktion einnehmen. Er hat kein Vetorecht, gilt aber als Sprachrohr für die Menschen in Wixhausen.

TV Darmstadt sendet am Wahlabend ab 17:00 Uhr einen Livestream, der die Wahl begleitet. Experten ordnen die Zahlen des Abends ein, Lokalpolitiker beziehen live in der Centralstation bei unserem Reporter Stellung. Außerdem gibt es einen Live-Ticker auf tvdarmstadt.de. Alle Zahlen werden ebenfalls online auf tvdarmstadt.de abrufbar sein.

Die Kommunalwahlen in Hessen sind aufgrund des Kumulieren und Panaschierens recht komplex in der Auswertung. Zunächst werden deshalb Stimmzettel ausgewertet, auf denen die Wähler ausschließlich ein Listenkreuz gemacht haben. Dabei ist in der Regel ein Trend ablesbar. Erst wenn alle Stimmzettel ausgewertet sind, steht das Ergebnis fest. Bis es soweit ist, können noch einige Tage ins Land ziehen.