Großbrand bei GSI in Wixhausen: Löscharbeiten sollen bis in die Nacht andauern

Ein Großbrand auf dem Gelände des GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung beschäftigt seit dem Morgen dutzende Einsatzkräfte. Forschungsminister Gremmels sprach vor Ort von einem „schwarzen Tag“. Innenminister Poseck sagte, die Löscharbeiten werden bis in die späten Abendstunden andauern.

„Einer der größten Einsätze, die wir in den letzten Jahren bearbeiten mussten“, nannte ein Feuerwehrsprecher den Brand, der am Donnerstagmorgen (05.) bei der Gesellschaft für Schwerionenforschung – kurz GSI – in Wixhausen ausbrach.

Brand in Umspannwerk ausgebrochen

Der Brand entwickelte sich demnach in einem Umspannwerk, mutmaßlich aufgrund eines technischen Defekts. Neben technischen Geräten brannte offenbar auch Büroausstattung. Verletzte gibt es nicht. Die Rauchwolke, die vom GSI-Gelände ausging, war am Morgen kilometerweit zu sehen. Unklar bleibt, wie es zu dem Brand gekommen ist. Die Ermittlungen übernimmt die Polizei.

Poseck: „Schlimmste überstanden“

Innenminister Roman Poseck (CDU) machte sich am Abend ein Bild von der Lage der Löscharbeiten. Sie sollen bis in die späten Abendstunden andauern. Der Brand sei weitestgehend gelöscht, so Poseck. 45 Einsatzkräfte sollen vor Ort bleiben, zu Spitzenzeiten waren bis zu 160 Feuerwehr- und Rettungsdienstkräfte im Einsatz. Poseck sagte, er glaube, das Schlimmste sei überstanden.

Feuerwehr seit dem Morgen in Wixhausen im Einsatz

Die Feuerwehr war am Donnerstag (05.) gegen 06:30 Uhr alarmiert worden. Circa eine halbe Stunde später sei das Gelände geräumt gewesen, sagte eine Sprecherin der GSI am Morgen. Von den rund 1600 Mitarbeitern sei am Morgen „deutlich“ weniger als die Hälfte vor Ort gewesen. Die Räumung des Geländes lief aber schnell und geordnet, bestätigt eine GSI-Sprecherin.

Von dem Brand waren wohl auch technische Geräte betroffen. So auch indirekt der Bereich der Teilchenbeschleuniger-Baustelle von Fair. Der Beschleuniger des GSI, der sich unweit des Brandortes befindet, war planmäßig seit Anfang des Jahres abgeschaltet. Seine Wiederinbetriebnahme ist erst in einigen Monaten geplant, so eine Unternehmenssprecherin.

Einsatz in Wixhausen dauert wohl bis in die Abend

Die Feuerwehr habe „mit stärkeren Kräften eingreifen“ müssen, sagte ein Sprecher. Neben sämtlichen Feuerwehren aus Darmstadt und Umgebung, waren auch Wehren aus Ludwigshafen, Wiesbaden und vom Frankfurter Flughafen hinzugezogen worden.

Im Stadtgebiet von Darmstadt und in der unmittelbaren Umgebung wurde am Morgen und Mittag immer wieder gemessen, ob die Luft zu stark belastet ist. Gefahrenstoffe seien nicht ausgetreten, so ein Feuerwehrsprecher.

Fenster und Türen geschlossen halten

Die Bevölkerung war bereits am Morgen über das System hessenWARN über den Brand informiert worden. Sie wurde aufgefordert, in Wixhausen und Umgebung Fenster und Türen geschlossen zu halten, es könne zu Geruchsbelästigungen kommen. Die Meldung wurde gegen 21:30 Uhr aufgehoben.

Minister spricht von „schwarzem Tag“

Der hessische Minister für Forschung, Timon Gremmels (SPD), war gegen 12:00 Uhr vor Ort und sprach von einem „schwarzen Tag“ für Hessen als Wissenschaftsstandort. Auch Oberbürgermeister Hanno Benz (SPD) und Ordnungsdezernent Paul Georg Wandrey (CDU), sowie Sprecher des GSI nahmen an der Pressekonferenz teil. Oberbürgermeister Benz bedankte sich für die „schnelle und umsichtige Herangehensweise“ aller Einsatzkräfte.

GSI-Teilchenbeschleuniger läuft mit Wasser voll

Die Inbetriebnahme des milliardenschweren und bundesweit relevanten FAIR Teilchenbeschleunigers ist vom Brand auf dem Gelände eingeschränkt. Sie würde sich auf unbestimmte Zeit verzögern, weil die GSI einen Zulieferungsstrang habe, erklärt ein Sprecher. Der betroffene Beschleuniger des GSI wiederum sei ohnehin sanierungsbedürftig gewesen, es sei also „Glück im Unglück“, erklärt Gremmels.

Nach Informationen von TV Darmstadt soll der Keller des Gebäudes mit Löschwasser volllaufen. Darin soll sich auch der bestehende Teilchenbeschleuniger der GSI befinden. Allein in der Anfangsphase habe man mit rund 10.000 Litern Wasser pro Minute gelöscht, hieß es am Abend auf der Pressekonferenz. Pro Stunde würden gut eine Million Liter Wasser genutzt.

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