Nach GSI-Großbrand: Land will mit einer Million Euro unter die Arme greifen
Nach dem Großbrand bei der GSI in Darmstadt-Wixhausen Anfang Februar will das Land nun vor allem jungen Forschern unter die Arme greifen, deren Forschungen durch das Feuer bedroht sind. Forschungsminister Gremmels hat bei einem Besuch ein eine Million Euro schweres Hilfspaket angekündigt.
Es war ein Schock für die Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI), als am Morgen des 05. Februar 2026 ein Feuer auf dem Gelände gemeldet wurde. Die Feuerwehr kämpfte rund 24 Stunden lang gegen die Flammen, ein Sprecher sprach von einem der größten Einsätze der letzten Jahre. Auch Wissenschaftsminister Timon Gremmels (SPD) war Anfang Februar vor Ort, nannte den Brand einen „schwarzen Tag“ für Hessen als Wissenschaftsstandort.
Land will eine Million Euro-Programm auf die Beine stellen
Bei einem erneuten Besucht hat er nun angekündigt, dem brandgebeutelten Betrieb mit einer Million Euro unter die Arme greifen zu wollen. Das sogenannte „Zukunftsprogramm Forschung“ soll im laufenden Haushalt unterkommen. Der Brand war in einem Gebäude des Linearbeschleunigers UNILAC ausgebrochen – mutmaßlich durch einen Kurzschluss.
Forschungen drohen nach Brand wegzubrechen
Der Ausfall der Anlage treffe die Forschenden hart, so Gremmels. Es brauche kurzfristige Lösungen für diejenigen, denen plötzlich die Voraussetzungen für ihre wissenschaftliche Arbeit weggebrochen sind. Damit zielt er vor allem auf junge Forschende ab. Doktoranden und Mitarbeitende hätten „auf einen laufenden Experimentierbetrieb gesetzt und wissen nun nicht, wie es weitergeht“, mahnte der SPD-Politiker bei dem Besuch in Wixhausen. Mit dem Zukunftsprogramm Forschung will man verhindern, dass „wissenschaftliche Karrieren abgebrochen werden müssen.“
„Zukunftsprogramm Forschung“ soll junge Forscher unterstützen
Mit dem Fond sollen den jungen Forschern alternative Möglichkeiten geboten werden, ihre Forschungen fortzusetzen. So ist etwa angedacht, diese an anderen Einrichtungen durchzuführen. Auch etwaige Reisestipendien sollen nötigenfalls aus dem eine Million Euro schweren Hilfsprogramm finanziert werden.
Gremmels würdigte das GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung als exzellentes Forschungsumfeld mit bedeutender Infrastruktur, das deutschland- und weltweit eine führende Rolle spielt. Sein Hilfsprogramm mag zwar mau klingen, sorgt aber auch bei den Betreibern für Zuversicht. „Das geplante Zukunftsprogramm Forschung wird zahlreichenden Forschenden, die kurzfristig auf den Experimentierbetrieb am Beschleuniger angewiesen sind, wichtige Überbrückungsmöglichkeiten bieten“, sagte Helmholtz-Präsident Martin Keller.
Brandursache und Schadenshöhe weiterhin nicht geklärt
Unklar ist weiterhin, warum der Brand in dem Gebäude ausbrach. Auch das Wissenschaftsministerium teilte nun den Verdacht, ein Kurzschluss in dem entsprechenden Gebäude könnte die Ursache gewesen sein. Bei dem Feuer Anfang Februar wurde niemand verletzt, wie hoch der Schaden ist, bleibt weiterhin unklar. Noch am Brandtag wurde allerdings bekannt, dass der Probebetrieb für den neuen Teilchenbeschleuniger nicht mehr im Dezember diesen Jahres starten kann.



