GSI-Großbrand in Wixhausen: Feuer gelöscht
Über 24 Stunden lang waren dutzende Feuerwehrkräfte im Einsatz, um gegen die Flammen auf dem Gelände der Gesellschaft für Schwerionenforschung zu kämpfen. Mittlerweile ist der Brand gelöscht, doch die Nachlösch- und Aufräumarbeiten werden sich ziehen, hieß es von der Stadt.
„Einer der größten Einsätze, die wir in den letzten Jahren bearbeiten mussten“, nannte ein Feuerwehrsprecher den Brand, der am Donnerstagmorgen (05.) bei der Gesellschaft für Schwerionenforschung – kurz GSI – in Wixhausen ausbrach.
Der Brand ist unterdessen gelöscht, hieß es von der Stadt am Freitagvormittag. Die Nachlösch- und Aufräumarbeiten würden sich aber noch über den Freitag (06.) erstrecken. Zur Brandursache und dem entstandenen Sachschaden gibt es weiterhin keine Informationen. Die Polizei übernimmt die Ermittlungen.
Brand in Umspannwerk ausgebrochen
Der Brand entwickelte sich demnach in einem Umspannwerk, mutmaßlich aufgrund eines technischen Defekts. Neben technischen Geräten brannte offenbar auch Büroausstattung. Verletzte gibt es nicht. Die Rauchwolke, die vom GSI-Gelände ausging, war am Donnerstagmorgen kilometerweit zu sehen.
Poseck: „Schlimmste überstanden“
Innenminister Roman Poseck (CDU) machte sich am Abend ein Bild von der Lage der Löscharbeiten. Der Brand sei weitestgehend gelöscht gewesen, so Poseck. 45 Einsatzkräfte blieben über Nacht und am nächsten Tag vor Ort, zu Spitzenzeiten waren bis zu 160 Feuerwehr- und Rettungsdienstkräfte im Einsatz. Poseck sagte bereits am Abend, das Schlimmste sei überstanden.
Feuerwehr seit dem Morgen in Wixhausen im Einsatz
Die Feuerwehr war am Donnerstag (05.) gegen 06:30 Uhr alarmiert worden. Circa eine halbe Stunde später sei das Gelände geräumt gewesen, sagte eine Sprecherin der GSI am Morgen. Von den rund 1.600 Mitarbeitern sei „deutlich“ weniger als die Hälfte vor Ort gewesen, als das Feuer ausbrach. Die Räumung des Geländes sei schnell und geordnet abgelaufen, bestätigt eine GSI-Sprecherin.
GSI-Teilchenbeschleuniger abgeschaltet
Von dem Brand waren wohl auch technische Geräte betroffen. So auch indirekt der Bereich der Teilchenbeschleuniger-Baustelle von Fair. Der Beschleuniger des GSI, der sich unweit des Brandortes befindet, war planmäßig seit Anfang des Jahres abgeschaltet. Seine Wiederinbetriebnahme ist erst in einigen Monaten geplant, so eine Unternehmenssprecherin.
Einsatz in Wixhausen läuft seit über 24 Stunden
Die Feuerwehr habe „mit stärkeren Kräften eingreifen“ müssen, sagte ein Sprecher. Neben sämtlichen Feuerwehren aus Darmstadt und Umgebung waren auch Wehren aus Ludwigshafen, Wiesbaden und vom Frankfurter Flughafen hinzugezogen worden.
Im Stadtgebiet von Darmstadt und in der unmittelbaren Umgebung wurde immer wieder gemessen, ob die Luft zu stark belastet ist. Gefahrenstoffe seien nicht ausgetreten, so ein Feuerwehrsprecher.
Fenster und Türen geschlossen halten
Die Bevölkerung war bereits am Morgen durch das System hessenWARN über den Brand informiert worden. Sie wurde aufgefordert, in Wixhausen und Umgebung Fenster und Türen geschlossen zu halten, es könne zu Geruchsbelästigungen kommen. Die Meldung wurde gegen 21:30 Uhr aufgehoben.
Minister spricht von „schwarzem Tag“
Der hessische Minister für Forschung, Timon Gremmels (SPD), war gegen 12:00 Uhr vor Ort und sprach von einem „schwarzen Tag“ für Hessen als Wissenschaftsstandort. Auch Oberbürgermeister Hanno Benz (SPD) und Ordnungsdezernent Paul Georg Wandrey (CDU), sowie Sprecher des GSI nahmen an der Pressekonferenz teil. Oberbürgermeister Benz bedankte sich für die „schnelle und umsichtige Herangehensweise“ aller Einsatzkräfte.
GSI-Teilchenbeschleuniger läuft mit Wasser voll
Die Inbetriebnahme des milliardenschweren und bundesweit relevanten FAIR Teilchenbeschleunigers ist vom Brand auf dem Gelände eingeschränkt. Sie würde sich auf unbestimmte Zeit verzögern, weil die GSI einen Zulieferungsstrang habe, erklärt ein Sprecher. Deren Beschleuniger wurde bei dem Brand beschädigt. Er sei ohnehin sanierungsbedürftig gewesen, Minister Gremmels sprach von „Glück im Unglück“.
Nach Informationen von TV Darmstadt soll der Keller des Gebäudes mit Löschwasser volllaufen. Darin soll sich auch der bestehende Teilchenbeschleuniger der GSI befinden. Allein in der Anfangsphase habe man mit rund 10.000 Litern Wasser pro Minute gelöscht, hieß es am Abend auf der Pressekonferenz. Pro Stunde würden gut eine Million Liter Wasser genutzt.







